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Freie Trauung & Traurituale

Nach einem inspirierenden Treffen mit einer erfahrenen Traurednerin vor einigen Wochen habe ich beschlossen mich noch etwas intensiver mit dem Thema Freie Trauung und Trauritualen im Besonderen zu beschäftigen. Die Thematik bietet sich zugleich auch wunderbar für meinen ersten Blog-Post an.

Die Möglichkeiten eine perfekt maßgeschneiderte Trauung zu gestalten, die das Brautpaar und die Gäste begeistert, sind endlos vielfältig. Nach einiger Recherche und Brainstorming habe ich eine Auswahl an sowohl klassischen, als auch alternativen & kreativen Trauritualen zusammengetragen.

Ich freue mich, wenn Ihr die ein oder andere Idee mitnehmen und für Eure Trauung nutzen könnt - Lasst Euch inspirieren!    

Was ist eine freie Trauung?

Neben der standesamtlichen und kirchlichen Trauung erfreut sich die sogenannte „Freie Trauung“ immer größerer Beliebtheit. Eine Freie Trauung kann – muss aber nicht – eine Trauung unter freiem Himmel bedeuten, vielmehr ist sie frei von Konventionen, Traditionen und formellen Vorgaben. Neben Ballsälen, Parkanlagen, dem Strand, dem heimischen Garten oder historischen Gebäuden sind ausgefallenere Orte wie eine Disco, ein Autokino, ein Gewächshaus, das Lieblingsrestaurant, ein Tierheim oder die Bowlingbahn mögliche Schauplätze Eurer Trauzeremonie und lassen zugleich das Planerherz höher schlagen. Kurzum: Jeder Ort an dem Ihr Euch wohlfühlt oder zu dem Ihr eine Verbindung habt ist der perfekte Platz für Eure Trauung.

was sind die vorteile?

Zwar ersetzt eine Freie Trauung nicht den formellen Teil beim Standesamt, wer aber keine kirchliche Trauung möchte, hat hier die Möglichkeit eine emotionale oder lustige, in jedem Fall aber maßgeschneiderte Trauzeremonie mit seinen Gästen zu teilen. Ihr könnt die Trauung ganz persönlich, individuell und exakt nach Euren Wünschen gestalten. Ob frei & ungezwungen, spirituell, religiös oder speziell – alles geht, nichts muss.

wer führt eine freie trauung durch?

Ihr könnt eine professionelle Traurednerin oder einen Trauredner buchen, oder sucht in Eurem Verwandten- und Bekanntenkreis einen tollen Redner, der oder die als Zeremonienmeister/in durch die Trauung führt. Überlegt Euch vorab ob Ihr jemanden aus Eurem Freunden-/Bekanntenkreis wählt, oder lieber einen Profi engagiert. Zweiteres hat natürlich, neben der vorhandenen Expertise, den Vorteil, dass alle Gäste gleichermaßen Eure Trauung genießen können. Entscheidet Ihr Euch für eine erfahrene Zeremonienleitung müsst Ihr etwa zwischen 600,00 - 1.200,00€ kalkulieren. Innerhalb dieser Preisspanne variieren auch die Leistungen der verschiedenen Anbieter. Hier gilt: Erfragt genau was in den Kosten inkludiert ist und was gegebenenfalls noch hinzukommt. Wichtig ist aber vor allem auch hier, dass die Chemie zwischen Euch und Eurem/r Trauredner/in passt und Ihr Euch wohlfühlt.

Wählt Ihr jemanden aus Eurem Freundes- oder Bekanntenkreis kann die Trauung noch persönlicher sein und vielleicht für Euch etwas ganz Besonderes - das muss jedes Paar für sich selbst entscheiden. Bedenkt aber, dass Ihr hier womöglich nicht auf die Erfahrung, die Ablaufroutine und Redegewandtheit eines Profis zurückgreifen könnt. Es wird notwendig sein, dass sich der Redner oder die Rednerin vorab intensiv mit dem Thema Freie Trauung beschäftigt. Klärt deswegen von Beginn an ab, ob die Person weiß was auf sie zukommt. Seitens des Budgets habt Ihr hier natürlich weniger Kosten, als Geste der Dankbarkeit würde ich Euch aber empfehlen ein kleines Geschenk als Aufmerksamkeit einzuplanen.

Ihr seid hin- und hergerissen und möchtet doch gerne eine professionelle Rede aber habt auch schon jemanden der die Rede hält? Auch das ist kein Problem, denn viele Hochzeitsredner und Hochzeitsrednerinnen bieten an eine persönliche Rede zu schreiben oder beim Verfassen zu unterstützen, ohne sie jedoch am Tag der Feier selber durchzuführen. Hier habt ihr den Vorteil auf einen professionellen Ablauf und Text zurückgreifen zu können, aber etwas geringere Kosten, da Ihr für den Hochzeitstag selbst den Redner oder die Rednerin stellt. Fragt einfach mal bei dem Dienstleister Eures Vertrauens oder in Eurer Nähe nach.

 

Wichtig ist, egal welche Variante Ihr wählt: Es geht um Euch und Ihr könnt kreativ werden und aktiv mitgestalten!

wie muss ich mir die gestaltung einer Freien trauzeremonie vorstellen?

 

Generell gilt: Alle Bestandteile der Freien Trauung sind flexibel und können individuell ausgewählt oder verschoben werden.

 

Einige mögliche Varianten:

Der Einzug des Brautpaares kann gemeinsam oder getrennt voneinander erfolgen. Lesungen zum Beispiel können von Familienmitgliedern, Trauzeugen, Kinder oder Freunden übernommen werden. Das Lieblingsmärchen, der Lieblingssongtext oder das Lieblingszitat können in die Trauung integriert werden. Auch die Eltern des Brautpaares können sich mit einer persönlichen Rede oder Ansprache einbringen. Auf Wunsch sind zwei Traurituale denkbar - beispielsweise eines zur Vorbereitung auf das Ja-Wort und eines, dass die erste Handlung als Ehepaar symbolisiert. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, Ihr könnt aus klassischen & alternativen Ritualen wählen, oder aber selbst ein Ritual kreieren. Wichtig ist nur, dass es zu Euch passt und ihr euch damit identifizieren könnt.

 

 

 

Der Ablauf einer etwa 45-minütigen Freien Trauung könnte zum Beispiel wie rechts abgebildet aussehen.

traurituale . liebgewonnene klassiker

 

Auszug. Streu- & Wurfartikel.

Streng genommen handelt es sich beim Auszug nicht direkt um ein Trauritual, dennoch stehen hier verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten zur Auswahl: Als absolute Klassiker gelten hier Echt- und Kunstblüten, Reis, Seifenblasen oder Konfetti. Diese können entweder durch „Blumenkinder“, die dem Ehepaar vorangehen, gestreut oder aber durch die Gäste über dem Ehepaar in die Luft geworfen werden. Natürlich ist auch eine Kombination aus beidem möglich.

 

Baum pflanzen.

Findet die Zeremonie beim Brautpaar zu Hause statt, bietet es sich an das Pflanzen eines Baumes in die Zeremonie zu integrieren. Doch auch ein anderer Veranstaltungsort schließt dieses Ritual nicht aus. Warum nicht die Gäste darum bitten ein wenig Erde von Ihrem Wohnort mitzubringen und dafür gleich mit den Einladungen kleine Stoffsäckchen versenden? In der Zeremonie werden diese zum Baum oder der Pflanze hinzugegeben und später in den heimischen Garten gepflanzt.

  

Geldregen.

Ein Ritual, was bereits eine lange Tradition pflegt: Die Hochzeitsgäste werfen Kleingeld in die Luft, das von den anwesenden Kindern aufgesammelt wird – natürlich dürfen sie das Geld dann auch behalten. Der Geldregen soll finanzielle Sorgen vom Brautpaar fernhalten. In meiner ursprünglichen Heimat (Niedersachsen) ist dieser Brauch verbreitet und hat mir als Kind viel Freude bereitet.

 

Grundstein.

Das Brautpaar formt Ihre Handabdrücke in eine Lehmplatte. Hier lassen sich auch Kinder wunderbar integrieren. Nach dem Trocknen kann diese Platte nun auf dem eigenen Grundstück verbaut oder platziert werden.

Mein Tipp: Man kann auch den Familiennamen, das Hochzeitsdatum oder die Initialen hineindrücken.

Es muss auch nicht unbedingt der Grundstein sein, ein Gips- oder Modellierset gibt es auch für die Wanddekoration. Nachdem der Abdruck geformt und getrocknet ist, können die Gäste oder das Paar das individuelle Werk bemalen oder unterschreiben. Aber auch naturbelassen ist es schöne Erinnerung.

 

Gute & Schlechte Zeiten.

Ein traditionelles und kurzes Ritual, das die dauerhafte gegenseitige Unterstützung und die bedingungslose Liebe symbolisiert. Das Paar füttert sich gegenseitig mit etwas Süßem – gute Zeiten – und etwas Salzigem – schlechte Zeiten.

 

Handfasting . Hochzeitsband.

Handfasting, das ursprünglich dem schottischen Volksbrauchtum entstammt, ist ein wunderschönes symbolisches Ritual und steht für die Verbundenheit solange die Liebe andauert. Jeweils eine Hand eines jeden Ehepartners werden mit einem schönen Band, oder auch mehreren, miteinander verknüpft. Die lange Tradition weist viele Beispiele und Ausformungen des Rituals auf, aber auch hier gilt: Es gibt keine vorgefertigten Abläufe und das Ritual kann flexibel nach Euren wünschen angepasst werden.

 

Hochzeitsbrot.

Bei diesem Ritual wird eine Geldmünze eingebacken. Das Brot steht so zum einen symbolisch für das Fernhalten von Geldnot, der Anschnitt zum anderen für Kindersegen. Außerdem für die erste gemeinsame Mahlzeit als Ehepaar und wird nach der eigentlichen Trauzeremonie, dem Ja-Wort, verzehrt.

Als Alternative hierzu gibt es auch das „Schwiegerelternbrot“, wobei sich ein Stück Brot mit den Schwiegereltern geteilt wird um das Zusammenwachsen der Familie zu symbolisieren.

 

Kindergeschenk.

Vielleicht nicht unbedingt ein Ritual, aber in jedem Fall eine berührende Geste ist es Kinder mit in die Trauung einzubeziehen. So kann nach dem Ringwechsel beispielsweise eine Kette, ein Armband, ein Ring oder etwas anderes überreicht werden. So wird der Zusammenhalt nicht nur als Ehepaar, sondern auch als Familie symbolisiert. Besonders bei Patchwork-Familien finde ich diese Geste und Symbolik wunderschön.

 

Knotenzeremonie.

Ganz ähnlich wie beim Handfasting werden die Hände des Brautpaares durch den Trauredner/ die Traurednerin zusammengebunden. Hier kann man ein Band oder Seil wählen, aber auch mehrere in unterschiedlichen Farben und mit unterschiedlicher Symbolik. Die Trauzeugen und nahe Familienangehörige (bei kleinen Gesellschaften auch gerne alle Gäste) werden im Anschluss aktiv mit einbezogen und knoten ein Stück Band/Seil mit guten Wünschen hinzu.

 

Luftballons.

Flugballons ergeben ein tolles Bild und können passend zum Farbcode der Hochzeit gewählt werden. Ebenso kann das Brautpaar entscheiden, ob es eine Nachricht anbringen möchtet, wie eine Antwortkarte, einen Gruß oder einfach ein Namens- oder Datums-Tag. Viele Dienstleister bieten zu den Ballons direkt auch Karten mit an.

Mein Tipp: Fragt doch mal bei Eurem Papeterie-Dienstleister nach, ob Euch passend zu den restlichen Drucksachen ein Entwurf gemacht werden kann. Achtet hierbei unbedingt auf die Grammzahl des Anhangs und sprecht dies mit dem Ballondienstleister ab – ansonsten kann es passieren, dass die Ballons nicht hochsteigen.

Achtung!!! Bei mehr als 500 Ballons, oder wenn sich die Location in der Nähe eines Flughafens (im Umkreis von ca. 15km) befindet, ist eine Genehmigung der Deutschen Luftsicherung notwendig.

 

Sandzeremonie.

Das Brautpaar gießt Sand in unterschiedlichen Farben in ein Gefäß. Hier ergibt sich ein einzigartiges Muster, dass die einmalige Verbindung zwischen den Ehepartnern symbolisiert. Es kann eine Vase, ein Schraubglas, ein Bilderrahmen oder aber transparente Weihnachtskugeln als Sammelgefäß genutzt werden. Auch hier gibt es zahllose weitere Möglichkeiten.

 

Schutzkreis.

Um das zu vermählende Paar wird ein Kreis aus Kräutern und Blumen gestreut, wobei jede Kräuter- und Blütenart für einen besonderen Wunsch für das Brautpaar steht. Die Traurednerin/der Trauredner, Familienangehörige oder die Trauzeugen können die Bedeutung beim Streuen verlesen. Mein Tipp: Windlichter mitintegriert in den Kreis sorgen für eine schöne Stimmung und können von den Liebsten entzündet werden.

 

Steine.

Flache Steine und Stifte (Permanentmarker) werden für die Gäste bereitgelegt. Die Gäste schreiben einen Wunsch für das glückliche Paar darauf und werfen den Stein in ein dekoratives Gefäß. So entsteht ein tolles Andenken.

Mein Tipp: Neben Steinen sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Denkbar wären zum Beispiel auch Holzherzchen, Perlmutt- oder Achatscheiben oder kleine Astscheiben (z.B. Birke). Überlegt Euch, was zu Euch und Eurer Feier passt und achtet auf eine beschreibbare Oberflächenbeschaffenheit.

 

Traukerze.

Gemeinsam entzündet das Brautpaar eine personalisierte Kerze. Diese kann ein oder zwei Dochte haben, aber auch mehr, wenn zum Beispiel Kinder mit in die Zeremonie integriert werden sollen. Häufig nutzt jeder Ehepartner (und auch die Kinder) eine kleinere Kerze um die Traukerze damit gleichzeitig zu entzünden.

 

Traukreis.

Während des Ja-Wortes stellt sich die Hochzeitsgesellschaft im Kreis um das Paar auf um die Eheschließung mit guten Energien zu unterstützen. Bei dieser dynamischen Aktion kommt es sehr auf die Größe der Gesellschaft und auch auf den vorhandenen Platz an.

 

Ringsegnung. Wunschband.

Eine bewährte Variante ist das Wunschband: Ein Satin-, Seiden- oder sonstiges Band/Seil wird vor dem Ringwechsel durch die Reihen der Gäste gereicht. Nun werden die Eheringe auf das Band gesteckt und wandern so durch die Hände der Gäste, die wiederum die Ringe segnen und so dem Paar ihre guten Wünsche übermitteln. Am Ende angekommen werden die Ringe dem Paar zum Tausch überreicht. Ein sehr schöner Brauch, bei dem die Hochzeitsgesellschaft jedoch nicht allzu groß sein sollte. Ihr feiert mit mehr als 40-50 Personen? Dann ist es eine Option das Band nur durch die ersten Reihen zu führen.

Eine Alternative zum Band ist ein kleiner Blumenstrauß auf dem die Ringe aufgesteckt werden, eine hübsche Ringkiste oder das traditionelle Ringkissen, Wichtig ist, dass die Ringe gut fixiert sind und nicht herunterfallen.

 

Zeitkapsel. Schatzkiste.

Persönliche Gegenstände, Andenken, Wünsche der Gäste, eine gute Flasche Wein, ein Sofortbild vom Hochzeitstag, ein selbstgemaltes Bild der Kinder – alles was Euch als Brautpaar wichtig ist, etwas über Eure Beziehung aussagt oder Euch verbindet kann Teil dieser Kiste sein. In der Zeremonie wird der Inhalt kurz vorgestellt oder bleibt auch im Geheimen – wie es Euch am liebsten ist. Wenn Ihr das möchtet, fügen Eure Gäste noch etwas hinzu und das gewählte Behältnis wird versiegelt. Je nachdem wie geduldig Ihr seid, könnt ihr Eure Zeitkapsel zum Beispiel zum ersten, fünften oder zehnten Ehejubiläum öffnen. Denkt daran: Es ist Eure Trauung, ihr legt die Spielregeln fest.

traurituale . fantasievolle originale

Andenken.

Ganz individuell kann dies ein Spiel sein, eine Speise oder ein Getränk, eine Angewohnheit oder was Euch einfällt. Tut Ihr etwas regelmäßig oder leidenschaftlich gerne? Dann baut es doch in Eure Trauung ein! Ob es nun das morgendliche Brötchen mit Erdbeermarmelade ist, das abendliche Glas Grauburgunder von Eurem Stamm-Weingut oder eine Partie Carcassonne. Es macht Euch aus und Ihr seid dafür bekannt? - Dann passt es auch zu Eurer individuellen Trauung.

Auszug.

Angelehnt an die Auszugs-Klassiker, gibt es mittlerweile viele hübsche Alternative zu Blütenblättern, Seifenblasen & Co.

Momentan total im Trend sind die sogenannten „Wedding Wands" Holzstäbe geschmückt mit farbigen Bändern und Glöckchen werden zum Auszug des Brautpaares von den Gästen geschwungen. Am Besten wirkt es, wenn die Gäste ein Spalier bilden, dass von dem Paar abgeschritten wird. Neben den Wedding Wands sind auch spitzenbezogene Glöckchen-Tambourine oder mit Grünzweigen geschmückte Schellenkränze eine tolle Variante. Der Vorteil: In manchen Locations ist das Werfen von Konfetti, Echt- oder Kunstblüten und Ähnliches nicht gestattet und hiermit habt ihr zwei wunderbare Alternativen.

Ist Streugut gestattet, kann man auch hier wunderbar kreativ werden und je nach Motto neue Ideen entwickeln: Zum Beispiel Federn bei einer Hochzeit mit 20er-Jahre Thema oder bunte Pompoms bei einer farbenfrohen Hippie-Hochzeit.

Beide hier abgebildeten Produkte und noch viele schöne Sachen für eure Hochzeit könnt ihr bei der lieben Judith im My Weddingshop erhalten.

 

Band knüpfen oder flechten.

Gemeinsam, mit jeweils einer Hand, flechtet oder knüpft/knotet das Brautpaar das „Band der Liebe“. Zwei oder mehr Bänder werden zu einem gemeinsamen Gesamt-Knot-Kunstwerk. Hier können wieder wunderbar Kinder miteinbezogen werden. Mein Tipp: Entscheidet Ihr Euch für die Variante mit Knoten, kann hier ein Knoten jeweils für einen Eurer gemeinsamen Wünsche oder Eigenschaften stehen. Wählt ein ausreichend dickes Band, sodass die Gäste auch aus etwas Entfernung noch einen guten Blick haben.

 

Besensprung.

Der Besensprung ist ein Trauritual mit langer Geschichte, so fand es bereits in den keltischen Handfastingzeremonien Verwendung und symbolisiert das gemeinsame Meistern von Hindernissen. Dennoch ist das Ritual in der heutigen Zeit nicht sehr verbreitet, womit es trotz des klassischen Ursprungs seinen Platz unter den fantasievollen Originalen verdient. Ein Reisigbesen wird mit Bändern in den Hochzeitsfarben geschmückt und von den Gästen mit Symbolen & Wünschen behangen, die das Brautpaar mit Glück verbindet. Beim Auszug springt das Paar über den am Boden platzierten Besen. Gleichzeitig entstehen hier auch tolle Fotos für zum Beispiel Danksagungen und ein hübsches sowie nützliches Andenken. Natürlich seid Ihr auch hier frei in Eurer Ausgestaltung und Abwandlung. Ihr spielt zum Beispiel Hockey – warum also keinen Hockeyschläger schmücken und anstelle des Besens verwenden?

 

Bügelbild.

Ein individuelles Bild aus Bügelperlen das vorher angefertigt wurde wird in der Zeremonie von beiden gemeinsam verschmolzen.

Achtung! Denkt daran, dass hier ein Stromanschluss, Backpapier und ein vorgeheiztes Bügeleisen benötigt wird.

 

Feuer entzünden.

Gemeinsam entzündet das Brautpaar ein Feuer in einer Feuerschale. Diese kann mit aromatisch riechendem Holz und Kräutern bestückt sein. Das Brautpaar selbst kann den Treueschwur oder persönliche Worte zur Verstärkung in die Flammen werfen. Auch die Gäste können ihre Wünsche an das Brautpaar auf einen Zettel schreiben und in das Feuer werfen. Der Rauch des Feuers sorgt für eine wunderbar emotionale Stimmung und mystische Atmosphäre.

 

Gemälde.

Heiraten heißt häufig einen neuen Familiennamen zu bekommen. Warum also nicht auf einer Leinwand unterzeichnen statt auf dem Papier? Hier können beide Ehepartner mit Ihrer Unterschrift und Ihrer individuellen Handschrift ein hübsches Kunstwerk gestalten.

 

Gewürzmischung.

Seid Ihr ein kochbegeistertes Paar, so bietet es sich an eine eigene Gewürzmischung herzustellen. Jeder erhält 1-3 Gewürze, die feierlich miteinander vermengt werden. Auch Kinder lassen sich hier sehr gut integrieren. Im Alltag hat das Paar so stets eine wunderbare Erinnerung an die Hochzeit und das Sprichwort „Liebe geht durch den Magen“ trifft einmal mehr zu.

 

Hochzeitscocktail.

Nach gleichem System wie bei der Gewürzmischung stellt Ihr Euren eigenen Drink her. Dieser kann mit oder ohne Alkohol sein und im Anschluss zum Anstoßen mit den Gästen genutzt werden. Auch die Verbindung mit dem Brauch des „Brautbechers“ bietet sich an, wobei das Paar gemeinsam aus einem Becher trinkt.

 

Kerzen gießen.

Wie bei der Sandzeremonie geht es hier um die Verbindung der Brautleute. Was kann eine die Verschmelzung zu einer Einheit besser symbolisieren als flüssiges Wachs? Jeder Ehepartner erhält eine Farbe und gießt sie - gleichzeitig oder abwechselnd - in ein neues Gefäß. Ihr benötigt: Möglichkeit das Wachs zu schmelzen (fragt mal bei Eurer Location nach) und flüssig zu halten, zwei Gießgefäße und ein Formgefäß mit Docht.

 

Makramee.

Die Knotenkunst liegt nicht nur total im Trend, sondern bietet auch viel Potenzial als Trauritual. So kann durch ein paar Handgriffe ein tolles Unikat durch das Paar genknüpft werden. Auch die Gäste können mit einbezogen werden, was sich jedoch nur bei kleineren Gesellschaften empfiehlt, da es sonst zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Tolle Muster und Anleitungen findet man im Internet.

Mein Tipp: Den Beginn bereits vorab knoten.

 

Marmorieren.

Für Kaffee-, Tee- und Kakaoliebhaber bietet es sich an individuelle Tassen zu gestalten. Jeder Eherpartner erhält eine Farbe, die sich dann auf der Tasse zu einem schönen Muster verbinden. Eine Anleitung dazu findet ihr zum Beispiel hier. Um das Ganze am Ende spülmaschinenfest zu bekommen, bestreicht Ihr die Tasse später einfach mit Porzellankleber.

Mein Tipp: Ausprobieren vor der Trauung beugt eventuellen Komplikationen vor.

 

Puzzle. Bauprojekt.

Ihr mögt Modellflugzeuge, -autos, -schiffe oder allgemein Puzzle? Dann habt ihr hier tolle Aktionsmöglichkeiten für Eure Trauung. Ein Puzzle in Herzform, mit Foto, in 3D – alles was mit Eurer Liebe, Person oder Beziehung in Verbindung steht und Euch ausmacht ist möglich! Gemeinsam setzt ihr es zusammen und habt neben der verbindenden Symbolik gleich ein schönes Andenken. Mein Tipp: Wählt Ihr etwas uncoloriertes, so können die Gäste im weiteren Verlauf des Hochzeitstages kreativ werden und Euer Werk in bunten Farben zum Strahlen bringen.

 

Saatmischung.

Ähnlich wie bei der Sandzeremonie werden hier Blumensamen vermischt. Diese können auch später in kleine dekorative Gefäße abgefüllt als Gastgeschenke verteilt werden - damit die Liebe wachsen kann.

 

Speise kreieren.

Seid Ihr food-begeistert und möchtet dies auch in eurer Trauung ausdrücken? Eine tolle Möglichkeit ist es gemeinsam als Ritual eine Speise zu kreieren. Anbieten würde sich hier zum Beispiel ein Sandwich, dem jeder Ehepartner seine Lieblingszutaten zufügt und nach Fertigstellung gleichzeitig von jeder Seite einen Bissen nimmt. Auch weitere, vorzugsweise kalte, Speisen wie Salate oder Wraps sind denkbar, es sollte jedoch auf eine anschauliche Symbolik und Einfachheit geachtet werden.

 

Traumfänger.

Ähnlich wie das Makramee liegen auch Traumfänger wieder im Trend und erfreuen sich großer Beliebtheit. Schnell und mit überschaubarem Materialbedarf sind hier individuelle Stücke selbst hergestellt und lassen sich gut in eine Trauzeremonie einbinden. Traumfrau. Traummann. Traumpaar. Auch hier würde ich empfehlen den Anfang bereits vorab zu fixieren, um dann gemeinsam das Netz zu spinnen und einen persönlichen Gegenstand in der Mitte zu befestigen.

 

Wunschbaum.
Ein Bäumchen wird bereiterstellt und für die Gäste ein Papieranhänger und Stift bereitgelegt. Jeder Gast hängt nun seinen persönlichen Wunsch für das Brautpaar an den Baum. Als Gästebuch-Alternative und Geschenk erfreut sich das Bäumchen bereits seit längerem wachsender Beliebtheit, warum also nicht auch innerhalb der Trauzeremonie?

Nun ist mein erster Beitrag doch etwas umfangreicher geworden als geplant.

Ich hoffe ich konnte ein paar frische Ideen für Eure individuelle Trauzeremonie liefern oder Euch für einen liebgewonnen Klassiker begeistern und Euch so in Eurer Planung ein Stückchen weit unterstützen. Ihr habt weitere Ideen, Fragen oder Anmerkungen? - Dann hinterlasst mir doch ein Kommentar oder schickt mir eine Mail.

Ich wünsche Euch eine wunderschöne Adventszeit.

 

 

Celebrate Love!

Raissa

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Kommentare: 1
  • #1

    Laura (Sonntag, 07 Januar 2018 19:58)

    Wunderbare und sehr inspirierende Ideen, vielen Dank dafür